Die Vereinbarung zwischen Delegierten des AK Verhandlung der streikenden Studierenden und dem Präsidium der JLU Gießen nach mehreren Verhandlungsrunden wurden schriftlich festgehalten und sind nun als PDF verfügbar:
Vereinbarungen_Giessener_Erklärung
Im Moment arbeiten der AK Verhandlung für die allgemeinen Forderungen und der AK Verhandlung für die fachbereichspezifischen Forderungen, um gemeinsam mit dem Präsidium die Forderungen der Gießener Erklärung durchzusetzen.
Seit nun über einer Woche streiken Tausende Studierende an der Justus-Liebig Universität Gießen für eine Verbesserung des Bildungssystems in Rahmen des Bologna-Prozesses und für ein Umdenken des Präsidiums, der Dekanate aber auch aller Studierenden an dieser Universität.
Eines haben die Streikenden bereits geschafft: Die ganze Stadt redet über sie und ihre Anliegen und wartet gespannt darauf, was als nächstes geschieht.
Eine Politisierung hat bereits stattgefunden, so sprechen die Studierenden im Bus nicht mehr über die nächste Party oder die aktuellen Bundesligaergebnisse, sondern über fehlende Professuren, die Fehler in ihrem Bachelor-Studiengang oder die Rolle der Politik bei der Verteilung von Geldern zur Finanzierung der Universitäten.
Was am Sonntag vor einer Woche mit einem Institutsgebäude (Politik und Soziologie) begann, führte zur räumlich gesehen möglicherweise größten Besetzung Deutschlands mit 10 Besetzungen verteilt über drei Campi. Nun wird selbst an der Fachhochschule Gießen-Friedberg am Mittwoch eine Vollversammlung gehalten, um auch dort die Studierenden auf ihre konstruktiven Gestaltungsmöglichkeiten zur Verbesserung ihrer zum Teil kritisch zu bewertenden Lage hinzuweisen.
Der morgige Mittwoch bietet eine sehr große Chance für die Zukunft des gemeinsamen Dialoges zwischen Studierendenschaft, des erweiterten Stabes der Lehrenden und des Präsidiums unserer Universität: Auf einer Vollversammlung um 14 Uhr soll die “Gießener Erklärung” beschlossen werden, ein gemeinschaftlich ausgearbeiteter Grundsatztext mit Forderungen der Studierenden, der an verschiedene Adressaten (Bund, Land, Präsidium und Dekanate) gerichtet sein soll. Die “Gießener Erklärung” soll aber nicht nur ein reiner Forderungskatalog sein – Vielmehr handelt es sich hierbei um einen Appell an alle Betroffenen im täglichen Universitätsalltag, einen gemeinsamen Dialog zu beginnen, damit die destruktive Politik des “Sich-gegenseitig-die-Schuld-für-Alles-in-die-Schuhe-zu-schieben” endlich ein Ende finden wird. Auch die Studierenden der Fachhochschule Gießen-Friedberg sind natürlich dazu eingeladen, an diesem Appell der “Gießener Erklärung” teilzunehmen und ihn angepasst auf die Probleme in ihren Studiengängen und Fachbereichen auszuweiten.