- Pressegruppe der Besetzer_innen -
Die Pressegruppe der Besetzer_innen wendet sich hiermit in einem offiziellen „Offenen Brief“ an die Öffentlichkeit:
Wir halten es aufgrund des aktuellen Informationsstandes für dringend notwendig, uns in einem offiziellen „Offenen Brief“ an die Öffentlichkeit zu wenden.
Wir freuen uns über die zahlreichen Unterstützungen und Solidaritätsbekundungen, die in den vergangen Tagen bei uns eingegangen sind. Auch dem Präsidium möchten wir für das signalisierte Verständnis für unseren Streik danken.
Jedoch gibt es nach unserem aktuellen Informationsstand Solidarisierungstendenzen, denen wir absolut kritisch gegenüberstehen.
Wir distanzieren uns hiermit ausdrücklich von jeglichen Partys, die unter dem Motto „Bildungsstreik“ beworben werden. Jegliche Art der Kommerzialisierung des Streiks verurteilen wir aufs Schärfste! Für uns stehen die Inhalte – unsere Forderungen – im Mittelpunkt unserer Arbeit. Diese drücken sich nicht dadurch aus, dass wir in Klubs ausgelassen feiern, sondern dadurch, dass wir konstruktive Arbeit in dem von uns geschaffenen Freiraum – in den gebildeten Arbeitskreisen in den besetzten Häusern – leisten.
Partys mit Mottos wie „STREIK PARTY“ und dem Ködern des potentiellen Klientel mit Werbesprüchen wie: „Wenn der Klub voll besetzt ist, gibt es eine Stunde lang jedes Bier für 50 Cent.“ stehen wir absolut kritisch gegenüber!
Wir halten es für bedauerlich, wenn Dritte um des Profits willen den Streik für sich vereinnahmen und dadurch die eigentlichen Ideale und Ziele hinter unserer Bewegung für die Augen der Öffentlichkeit in den Schatten stellen. Sicherlich ist jedes Unternehmen daran interessiert, nur irgendwie die Zahl des eigenen Klientel zu halten und dieses durch spezielle Werbeaktionen für sich zu mobilisieren. Allerdings sollte das nicht unter Ausnutzung anderer geschehen. Unserer Ansicht nach bedarf es einer speziellen Sensibilisierung bei den Unternehmen, welche Themen man für die eigene Bewerbung nutzen kann, ohne dadurch anderen potentiellen Schaden zuzufügen!
Des Weiteren distanzieren wir uns auch von jeder parteipolitischen Vereinnahmung unserer Bewegung. Wir sind politisch, aber nicht parteipolitisch!
Wenn Dritte unter Angabe ihres Parteinamens Werbung für den Streik betreiben ohne irgendeine Absprache mit uns gehalten zu haben und sonst auch in keiner Verbindung zu uns stehen, so verurteilen wir auch dieses Vorgehen scharf!
Der Bildungsstreik in Gießen ist durch keine Partei initiiert worden. Vielmehr hat sich eine kleine Gruppe von Studierenden dafür eingesetzt, dass die Studierenden in Gießen mobilisiert werden können, um endlich gegen die vorherrschenden Studienbedingungen gemeinsam vorzugehen. Durch mehrere Vollversammlungen nahm die Zahl derer, die sich für die Inhalte des Streiks engagieren, ständig zu. Jetzt die Bewegung für egoistische Interessen auszunutzen ist reine Profitmache und verzerrt das Bild darüber, von wem der Streik wirklich aus geht – nämlich von den Studierenden selbst – keiner Partei!
Pressegruppe der Besetzer_innen –
Die Besetzer_innen Telefon: 015226847345
Karl-Glöckner-Str. 21 E-Mail: bildungsstreik-giessen@arcor.de
Haus E Raum E019a Web: www.protest-giessen.de